Die 6 wichtigsten Gabelstaplertypen

In Industrie, Handel und Gewerbe kommen Gabelstapler jeden Tag zum Einsatz und sind unerlässliche Hilfsmittel für reibungslose Arbeitsabläufe. Um die unterschiedlichen Aufgaben bewältigen zu können, gibt es verschiedene Gabelstaplertypen. Im Folgenden stellen werden die unterschiedlichen Modelle, vom Klassiker über Niederhubwagen bis hin zu Schleppern, vorgestellt.

 

Klassischer Gabelstapler

Der klassische Gabelstapler, auch als Hubstapler bekannt, benötigt ein Gegengewicht, da der Lastschwerpunkt außerhalb der Fahrzeugkontur liegt. Sie sind mit zwei Gabelzinken oder einem entsprechenden Anbaugerät zum Aufnehmen, Verladen oder Stapeln von Paletten ausgestattet. Gabelstapler sind für den innerbetrieblichen Umschlag von Waren aus mehreren Gründen unentbehrlich: Sie sind sehr vielseitig, können über weite Strecken einige Tonnen Gewicht transportieren oder mehrere Meter anheben.Ein weiterer Vorteil von Gabelstaplern ist ihre Beweglichkeit, die Wendemanöver auf kleinstem Raum ermöglichen. Diese Besonderheit stellt jedoch insbesondere für Lagermitarbeiter, die zu Fuß unterwegs sind, ein Sicherheitsrisiko dar, da ein Richtungswechsel des Gabelstaplers überraschend wirken kann. Generell dürfen Gabelstapler nur von einer erfahrenen Person mit Staplerschein der Stufe 1 gefahren werden. Der Fahrer muss auf die Verlagerung des Lastschwerpunktes achten, damit das Fahrzeug seinen sicheren Stand behält.

 

Kommissionierstapler

Soll Ware für einen bestimmten Kunden- oder Produktionsauftrag bereitgestellt werden, kommen mehrere Lösungen in Betracht. Zu den ursprünglichsten zählt die sogenannte Mann-zur-Ware-Kommissionierung. Dabei geht ein Mitarbeiter zum Lagerplatz und entnimmt dort die benötigte Ware. Diese manuelle Kommissionierung ist allerdings nur bei kleinen Aufträgen und bei Waren von geringem Gewicht sinnvoll. Mittlerweile gibt es Kommissionierroboter und andere maschinelle Systeme, die zeitliche Ressourcen schonen, aber sehr teuer in der Anschaffung sind. Alternativ können Kommissionierstapler eingesetzt werden, da diese eine effiziente Kommissionierung bei relativ geringem Investitionsaufwand ermöglichen. Sie arbeiten ebenfalls nach dem „Mann zur Ware“-Prinzip, denn der Kommissionierstapler muss nach wie vor von einer Person bedient werden. Bei diesem Staplertyp wird zudem zwischen Horizontal- und Vertikalkommissionierern unterschieden.

 

Niederhubwagen

Der Hubwagen ist unter Fachleuten auch als „Ameise“ bekannt. Da er, wie seine Namensgeber aus der Insektenwelt, ein Vielfaches seines eigenen Gewichts transportieren kann. Bei dem Spitznamen handelt es sich um eine Marke der Firma Jungheinrich, die sich aber schnell im Arbeitsalltag als feststehender Begriff etabliert hat.Der Niederhubwagen ist ein Flurfördergerät für die vertikale Ebene, da das Gerät keinen Mast besitzt. Der Bediener läuft meist nebenher. Transporthilfsmittel wie Paletten oder Gitterboxen können nur im Bereich des Freihubs (100mm) für den Transport angehoben werden. Niederhubwagen sind die am weitesten verbreiteten Flurförderzeuge. Ein Staplerschein ist für Mitgänger-Geräte nicht notwendig, jedoch muss der Bediener in der Nutzung eingewiesen werden und jährlich eine Sicherheitsunterweisung erhalten. Es wird zwischen Handhubwagen, der mit einer Hydraulikpumpe ausgestattet ist und elektrisch betriebenem Hubwagen unterschieden. Elektrohubwagen sind nicht nur einfacher zu bedienen als Handhubwagen, sondern können auch höhere Nutzlasten befördern. Doch auch der Handhubwagen hat seine Vorzüge: Er wiegt weniger als 100 Kilogramm, kann dabei trotzdem Traglasten von über eine Tonne transportieren. Der Hochhubwagen ist eine erweiterte Version des Niederhubwagens. Sie unterscheiden sich lediglich darin, dass sie einen Mast haben, womit Paletten auch auf der zweiten oder dritten Regalfach-Ebene eingelagert werden können.

 

Schubmaststapler

Der Schubmaststapler ist ein Spezialist unter den Gabelstaplern: Er erreicht frei verfahrbar Einlagerungshöhen über 11m und kann dabei auf engstem Raum arbeiten. Der Schubmaststapler wird deshalb bevorzugt im Schmalgang eingesetzt. An seiner Front befinden sich nicht nur die Gabel, sondern auch zwei Radarme, die das Fahrzeug stützen. Last wird aufgenommen, indem der Mast nach vorne geschoben wird. Nach der Lastaufnahme wird der Mast wieder zurückgezogen und liegt dann wieder innerhalb der stützenden Radarme. Diese Konstruktion ermöglicht Ein- und Auslagerungen in einem Schmalgang auf engem Raum.Eine Erweiterung des Schubmaststaplers stellt der Vierwegestapler dar. Dieses Modell ist jedoch mit Rädern ausgestattet, die sich jeweils im 90-Grad-Winkel drehen lassen. Der Vierwegestapler kann somit nicht nur nach hinten und vorne, sondern auch zur Seite fahren. Dieses Gerät kommt vor allem bei der Kommissionierung von beispielsweise langen Rohren zum Einsatz, die auf höheren Ebenen in einem Regal eingelagert und quer aus dem Gang gefahren werden.

 

Hochregalstapler

Hochregalstapler sind für besonders enge räumliche Gegebenheiten konzipiert und eigenen sich deshalb besonders für Hochregallager. Unterschieden wird zwischen Man-Up- sowie Man-Down-Geräten. Zu Ersterem zählen beispielsweise Kommissionierer, bei denen die Fahrerkabine am Hubgerüst angehoben wird und den Mitarbeiter auf die benötigte Ebene mit der gelagerten Ware bringt. Im Gegensatz dazu wird bei Man-Down-Geräten nur der Hubmast mit der Gabel angehoben. Die Fahrerkabine samt Mitarbeiter bleibt am Boden. Falls vorhanden kann er mit einer an die Gabel montierten Kamera die jeweilige Ebene überblicken.

 

Schlepper

Wenn eine Hebefunktion nicht notwendig ist, kommen Schlepper zum Einsatz. Sie haben im Gegensatz zu den anderen Modellen keine Hubeinrichtung und dienen dazu Anhänger mit der kommissionierten Ware zu ziehen.