FAQs zum Staplerschein

Um einen Gabelstapler führen zu dürfen, wird ein Flurmittelförderschein, besser bekannt als Gabelstaplerschein oder Staplerschein, benötigt. Auch wenn kleine Gabelstapler auf den ersten Blick für Laien recht harmlos aussehen, kommt es immer wieder zu schweren Unfällen, häufig ausgelöst durch unsachgemäße Bedienung. Deshalb schreibt in Deutschland die Deutsche Gesellschaftliche Unfallversicherung einen Staplerführerschein vor. Da es dazu immer wieder viele Fragen zu den Voraussetzungen und Abläufen gibt, beantworten unsere Experten von ForkOn die wichtigsten Fragen rund um das Thema Staplerführerschein.

 Welche verschiedenen Arten von Staplerscheinen gibt es?

Es gibt eine Unterteilung in Staplerschein Stufe 1 (Basis) und Staplerschein Stufe 2 (Hochregal).

 

Stufe 1 (Basis):

Die Stufe 1 ist Grundvoraussetzung für das Führen Staplern, auf denen der Fahrer "mitfahren" kann. Für sogenannte Mitgänger Fahrzeuge ist kein Staplerschein erforderlich, jedoch eine Einweisung des Betriebes. Die Schulung Stufe 1 erstreckt sich meist über 20 Lehreinheiten à 45 Minuten. 10 Einheiten entfallen dabei auf den theoretischen Teil (1. Schulungstag) und 10 Einheiten auf den praktischen Teil (2. Schulungstag).

 

Stufe 2 (Hochregal):

Die Stufe 2 befähigt zum Führen von Hochregalstaplern nach DGUV Grundsatz 308-001. Zwingende Voraussetzung ist ein Fahrerausweis nach Stufe 1.

 

Wer ist dazu berechtigt einen Staplerführerschein zu machen?

Um den Staplerführerschien zu machen müssen folgende Grundvoraussetzungen gegeben sein:

  • Eine schriftliche Beauftragung des Betriebs
  • Es muss über die persönliche Eignung (körperlich, geistig, charakterlich) verfügt werden
  • Das Mindestalter ist 18 Jahre
  • Wenn der Staplerschein bereits vorliegt, ist eine Unterweisung vor Ort verpflichtend

 

Wo kann ich meinen Staplerschein machen?

Es gibt unterschiedliche Anbieter bei denen Interessierte ihren Staplerführerschein erwerben können. Dazu gehören unter anderem:

Außerdem bieten alle Gabelstaplerhersteller wie Jungheinrich, Still, Linde und Toyota eine Ausbildung zum Staplerfahrer an.

Wer auf Arbeitssuche ist und den Staplerschein machen möchte, um seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessert, kann sich auch direkt an die Bundesagentur für Arbeit wenden.

 

Was kostet ein Staplerführerschein?

Für den Staplerschein gibt es keinen pauschalen Fixpreis. Die Preise variieren je nach Umfang, Standort und Anbieter. Daher ist es ratsam sich bei unterschiedlichen Anbietern Angebote einzuholen und Preise zu vergleichen. Oftmals übernimmt der Betrieb die Kosten anteilig oder sogar vollständig. Bei Arbeitssuchenden trägt die Kosten die Bundesagentur für Arbeit.

Kostenbeispiel für eine Person:

Gesundheitsattest 20 EUR
Lichtbild für den Führerschein 10 EUR
Staplerschein Stufe 1 TÜV Nord 357 EUR
Staplerschein Stufe 1 TÜV Süd          327 EUR
GESAMT                                    357 - 387 EUR

Erfahrungsgemäß bieten die Staplerhersteller kostengünstigere Staplerscheine an. Es lohnt sich daher diese beim jeweiligen Hersteller anzufragen.

 

Wie ist die Ausbildung aufgebaut?

Die Ausbildung ist unterteilt in eine allgemeine, innerbetriebliche sowie zusätzliche Ausbildung. Die Grundausbildung besteht aus einem Theorie– und Praxisteil, die jeweils mit einer Prüfung abgeschlossen werden. Für die Grundausbildung werden meinst zwei Tage veranschlagt, da je 10 Stunden für Theorie und Praxis kalkuliert werden.

In der Theorie werden unter anderem rechtliche Grundlagen, Unfallszenarien, Standsicherheit und Umgang mit der Last thematisiert. Die Praxis beginnt mit einer Einweisung am Flurförderzeug und übt den sicheren Umgang mit dem Stapler.

Für die theoretische Abschlussprüfung hat der Prüfling circa 45 Minuten Zeit schriftlich einen Multiple-Choice-Bogen auszufüllen. Im Falle von Nichtbestehen gibt es eine mündliche Nachprüfung. In der praktischen Prüfung werden alle Bestandteile der Praxisstunden abgerufen. Bei Nichtbestehen gibt es die Möglichkeit die Prüfung zu wiederholen.

Wenn der Staplerschein erst einmal gemacht worden ist hat man eine lebenslang gültige Grundbefähigung. Allerdings gibt es eine verpflichtende jährliche Sicherheitsunterweisung, in der die Kenntnisse aufgefrischt werden.